Ein Nabelbruch ist bei Kindern meist harmlos und verschwindet in den ersten Lebensjahren oft von selbst. Wenn doch eine Operation nötig ist, führen wir sie ambulant durch und Sie bleiben als Eltern die ganze Zeit an der Seite Ihres Kindes.
Wenn sich der Bauchnabel Ihres Babys beim Schreien, Pressen oder Lachen vorwölbt, erschrecken viele Eltern. Dazu besteht in aller Regel kein Grund: Der Nabelbruch gehört zu den häufigsten Auffälligkeiten im Säuglingsalter, ist fast immer ungefährlich und braucht oft gar keine Operation.
Vor der Geburt versorgt die Nabelschnur Ihr Kind über eine kleine natürliche Öffnung in der Bauchwand, den Nabelring. Nach der Geburt, wenn der Nabelschnurrest abgefallen ist, schließt sich dieser Ring normalerweise, indem die Bauchmuskeln zusammenwachsen. Bei einem Nabelbruch bleibt die Lücke offen. Durch sie wölbt sich Bauchfell vor, manchmal auch etwas Darm oder Bauchfett. Das ist die weiche Beule am Nabel, die Sie sehen.
Man kann sich das wie ein Knopfloch vorstellen, das noch nicht zugewachsen ist. Ein kindlicher Nabelbruch tut fast nie weh. Die Vorwölbung lässt sich meist ohne Widerstand zurückdrücken und kommt beim Pressen wieder hervor. Anders als beim Erwachsenen wächst die Lücke bei Kindern in den ersten Lebensjahren sehr oft von selbst zu, weil die Bauchwand weiter reift.
Sehr häufig. Bei Neugeborenen findet man einen Nabelbruch in etwa 10 bis 30%, bis zum ersten Geburtstag sinkt der Anteil auf rund 2 bis 10%. Frühgeborene und Kinder mit niedrigem Geburtsgewicht sind öfter betroffen, in manchen Bevölkerungsgruppen kommen Nabelbrüche generell häufiger vor.
Die allermeisten dieser Brüche verschließen sich in den ersten Lebensjahren von allein, während die Bauchmuskulatur zusammenwächst. Das unterscheidet den Nabelbruch vom Leistenbruch, der sich nicht von selbst verschließt.
Typisch ist eine weiche, meist schmerzlose Vorwölbung direkt am Bauchnabel. Sie tritt hervor, wenn Ihr Kind schreit, hustet, presst oder lacht, und wird flacher oder verschwindet, wenn es entspannt liegt. Die Beule lässt sich in der Regel leicht und ohne Schmerzen zurückdrücken. Die Größe der äußeren Beule sagt dabei wenig über die eigentliche Lücke aus. Wichtig ist der Durchmesser des Nabelrings, den wir bei der Untersuchung ertasten.
Ein Nabelbruch ist im Kindesalter nur sehr selten ein Notfall. In seltenen Fällen kann sich aber Darm in der Lücke einklemmen (Inkarzeration). Suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe oder eine Kinderchirurgie/Ambulanz auf, wenn
Diese Zeichen sind selten, gehören aber immer sofort abgeklärt.
Bei den meisten Kindern verschließt sich der Nabelring bis zum Schuleintritt von selbst, oft schon in den ersten zwei bis drei Lebensjahren. Bei einem Nabelbruch ohne Beschwerden ist Abwarten deshalb fast immer der richtige erste Schritt. Eine bewusst frühe Operation bringt keinen Vorteil, im Gegenteil: Eingriffe vor dem 4. Lebensjahr haben eine etwas höhere Rückfall- und Komplikationsrate.
Wir empfehlen eine Operation in der Regel dann, wenn der Nabelbruch nach dem vierten bis fünften Lebensjahr, also etwa vor Schulbeginn, noch besteht. Dann ist ein spontaner Verschluss unwahrscheinlich. Früher operieren wir nur bei Beschwerden oder wenn es Hinweise auf eine Einklemmung gab. Pflaster, Münzen oder Bauchbinden beschleunigen den Verschluss nicht. Solche Hausmittel bringen nichts und können die Haut reizen.
Der Eingriff ist klein und gut etabliert. Über einen kurzen Schnitt in einer natürlichen Hautfalte unterhalb des Nabels legen wir die Lücke in der Bauchwand frei und vernähen sie mit feinen, selbstauflösenden Fäden. Den Nabel formen wir dabei so, dass er später normal aussieht. Die Narbe verbirgt sich in der Nabelgrube.
Anders als beim Erwachsenen braucht es bei Kindern kein Kunststoffnetz. Das kindliche Gewebe heilt kräftig und zuverlässig, die einfache Naht der Lücke reicht aus. Rückfälle sind nach einer Operation im richtigen Alter sehr selten.
Ihr Kind schläft während des Eingriffs und spürt nichts. Wir verwenden eine Narkose mit Larynxmaske, also ohne Schlauch in der Luftröhre, kombiniert mit einer örtlichen Betäubung (Regionalanästhesie), damit Ihr Kind auch nach dem Aufwachen möglichst schmerzfrei ist. Die Narkose führt eine auf Kinder spezialisierte Anästhesistin oder ein spezialisierter Anästhesist durch.
Nach so einer Narkose sind Kinder rasch wieder munter, können ihre Beine bewegen und dürfen sofort nach dem Aufwachen essen und trinken. Auch die Nüchternzeit halten wir kurz: klare Flüssigkeiten (Wasser, Tee, verdünnter Saft) sind bis eine Stunde vor der Operation erlaubt, feste Nahrung bis sechs Stunden davor.
Die Nabelbruch-Operation führen wir in fast allen Fällen ambulant durch. Ihr Kind übernachtet also nicht im Krankenhaus, sondern darf wenige Stunden nach dem Eingriff mit Ihnen nach Hause. Wir operieren im SOO.med Kinder-OP in 1170 Wien, einem OP-Zentrum in Klinikqualität mit kindgerechtem Aufwachbereich und Zentralmonitoring. Alternativ steht die Privatklinik Döbling zur Verfügung.
Sie begleiten Ihr Kind in den Operationsraum und bleiben, bis es eingeschlafen ist. Wenn es aufwacht, sind Sie wieder da. Das beruhigt Ihr Kind und nimmt auch Ihnen die Sorge. Dass ein Elternteil bei der Narkoseeinleitung dabei ist, entspricht der aktuellen kinderanästhesiologischen Empfehlung und hilft besonders ängstlichen Kindern.
Die Fäden lösen sich von selbst auf, eine Nahtentfernung ist nicht nötig. Für zuhause bekommen Sie ein einfaches Schmerzmittel zum Schlucken (Saft oder Tablette) mit einem klaren Einnahmeschema mit. Damit ist Ihr Kind in aller Regel gut versorgt.
Bei der Nachsorge halten wir uns bewusst zurück, weil strenge Verbote meist nicht durch Daten belegt sind. Duschen ist rasch wieder möglich, Vollbad und Schwimmen sollten etwa eine Woche warten. Die einzige klare Einschränkung: rund zwei Wochen kein Trampolin. Sonst darf sich Ihr Kind nach eigenem Empfinden bewegen. Kleinere Kinder spielen bald wieder normal und sind nach wenigen Tagen zurück im Kindergarten oder in der Schule. Eine kurze Wundkontrolle machen wir etwa fünf bis zehn Tage nach dem Eingriff.
Wir wissen, wie es Eltern geht, wenn ihr Kind operiert werden soll. Deshalb sagen wir Ihnen zuerst ehrlich, ob überhaupt operiert werden muss. Wenn ja, operieren wir zum richtigen Zeitpunkt, mit einem erfahrenen Kinderteam, und Sie bleiben von der Planung bis zur Abschlusskontrolle an der Seite Ihres Kindes.
Wenn Sie eine klare Einschätzung zum Nabelbruch Ihres Kindes möchten, vereinbaren Sie ein Erstgespräch. Wir sagen Ihnen offen, ob Abwarten oder eine Operation der bessere Weg ist.
In den allermeisten Fällen nicht. Ein kindlicher Nabelbruch tut fast nie weh, ist ungefährlich und verschließt sich häufig in den ersten Lebensjahren von selbst. Nur die sehr seltene Einklemmung ist ein Notfall.
Sehr oft, ja. Der Nabelring wächst bei den meisten Kindern bis zum vierten bis fünften Lebensjahr von allein zu, während die Bauchmuskeln zusammenwachsen. Ein Nabelbruch ohne Beschwerden wird deshalb zunächst beobachtet.
Meist erst, wenn er nach dem vierten bis fünften Lebensjahr, also etwa vor Schulbeginn, noch besteht. Früher operieren wir nur bei Beschwerden oder nach einer Einklemmung. Eine unnötig frühe Operation bringt keinen Vorteil.
Wenn die Beule plötzlich hart und nicht mehr zurückdrückbar ist, sich verfärbt oder Ihr Kind starke Bauchschmerzen hat und erbricht. Dann bitte sofort ärztliche Hilfe suchen. Solche Einklemmungen sind aber selten.
Nein. Es gibt keinen Beleg, dass solche Hausmittel den Verschluss beschleunigen. Sie können die Haut reizen. Am wirksamsten ist geduldiges Abwarten.
Nein. Anders als bei Erwachsenen ist bei Kindern kein Kunststoffnetz nötig. Wir vernähen die Lücke mit feinen, selbstauflösenden Fäden. Das kindliche Gewebe heilt kräftig und zuverlässig.
Ja, in fast allen Fällen. Ihr Kind darf wenige Stunden nach dem Eingriff mit Ihnen nach Hause und muss nicht im Krankenhaus übernachten.
Ja. Sie begleiten Ihr Kind in den Operationsraum und bleiben, bis es eingeschlafen ist. Wenn es aufwacht, sind Sie wieder da. Das beruhigt Ihr Kind und entspricht der aktuellen kinderanästhesiologischen Empfehlung.
Nein. Klare Flüssigkeiten sind bis eine Stunde vor dem Eingriff erlaubt, feste Nahrung bis sechs Stunden davor. Nach dem Aufwachen darf Ihr Kind sofort wieder essen und trinken.
Meist nur wenige Tage. Duschen ist rasch möglich, Schwimmen und Vollbad nach rund einer Woche, Trampolinspringen nach etwa zwei Wochen. Die selbstauflösenden Fäden müssen nicht entfernt werden.
Der Schnitt ist klein und liegt in einer natürlichen Falte unterhalb des Nabels. Die Narbe verbirgt sich in der Nabelgrube, und der Nabel wird so am tiefsten Punkt fixiert, dass er später normal aussieht.
Erstellt und medizinisch geprüft von Priv.-Doz. DDr. Wilfried Krois, Facharzt für Kinder- und Jugendchirurgie. Letzte Aktualisierung: 17.07.2026.

"Die Kinderchirurgen" betreiben ehrenamtlich den Verein "Helping Hands for Anorectal Malformations International" um mit Hilfe von Spendengeldern die Korrektur von seltenen Fehlbildungen des Anus weltweit zu unterstützen.